Good bye, Victor

Auf Ber­lins berühm­tem Doro­theen­städ­ti­schen Fried­hof ruhen vie­le hono­ri­ge Per­sön­lich­kei­ten aus dem Kunst‑, Kultur- oder Wis­sen­schafts­be­reich. Auf eben die­sem Fried­hof hat nun auch einer der bekann­tes­ten »Ame­ri­ka­ner« der DDR sei­ne letz­te Ruhe gefun­den. Die Türen der Kapel­le lie­ßen sich kaum schlie­ßen, alle Bank­rei­hen und Gän­ge waren dicht besetzt. Schät­zungs­wei­se an die 300 Per­so­nen waren gekom­men, um Abschied zu neh­men von einem der Auf­rech­ten, der fast ein gan­zes Jahr­hun­dert lang sein Leben einer bes­se­ren Welt ver­schrie­ben hatte- kon­se­quent, ana­ly­tisch, kri­tisch und doch immer getra­gen von einer vor­be­halt­lo­sen Freund­lich­keit und vor allem Hei­ter­keit. In der Mit­te, umrahmt von unzäh­li­gen roten Nel­ken stand sein Bild, von dem er alle ein letz­tes Mal anstrahl­te, so, wie wir ihn erlebt hat­ten. Auch Sevim Dagde­len erin­ner­te an die­se ihm inne­woh­nen­de Eigen­schaft. In einer sehr per­sön­li­chen, wür­de­vol­len Rede hol­te sie ihn noch ein­mal in unse­re Mit­te. Er wird uns feh­len mit sei­nen bis zum letz­ten Atem­zug mes­ser­schar­fen Gedan­ken zum Zeit­ge­sche­hen, mit sei­nen War­nun­gen, sei­ner an der erleb­ten Wirk­lich­keit gestähl­ten Unbe­irr­bar­keit und sei­ner unver­wech­sel­ba­ren Art. Good bye, Vic­tor. Mehr Infor­ma­tio­nen: www.wechsler-grossman.com
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