Madrid, du Wunderbare

Aus Anlass des 70. Jah­res­ta­ges des Beginns des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges ver­öf­fent­lich­te Vic­tor Gross­man im Jah­re 2006 sein Buch »Madrid, du Wun­der­ba­re«. Dar­in zeich­ne­te er anhand von Zeit­zeu­gen­schil­de­run­gen und per­sön­li­chen Ein­schät­zun­gen ein detail­lier­tes Bild des Gesche­hens. Er, gera­de erst 8 Jah­re alt, konn­te der Aus­ein­an­der­set­zung im fer­nen Euro­pa nur aus der hei­mat­li­chen Stadt New York fol­gen. Das tat das wache Kind mit gro­ßem Inter­es­se und inne­rer Anteil­nah­me, gewiss, weil unter den vie­len soli­da­ri­schen Kämp­fern aus aller Welt auch die Abraham-Lincoln-Brigade aus den USA vor Ort einen gro­ßen Bei­trag leis­te­te. Auch Ernest Heming­way und Paul Robe­son glüh­ten für den Ver­tei­di­gungs­kampf des spa­ni­schen Vol­kes gegen­über dem Put­schis­ten Fran­co und des­sen mör­de­ri­schen Trup­pen. Spä­tes­tens mit dem Ein­grei­fen der Legi­on Con­dor wur­de deut­lich, dass der Spa­ni­sche Bür­ger­krieg der Auf­takt, das Ver­suchs­la­bor für all das war, was in Euro­pa fol­gen wür­de – ein Flä­chen­brand, ange­zet­telt durch den aggres­sivs­ten und reak­tio­närs­ten Teil des Kapitals.
Nach Vic­tor Gross­mans Tod im Jahr 2025 hat nun sein Sohn Timo­thy zwan­zig Jah­re spä­ter den 90. Jah­res­tag zum Anlass genom­men, die­ses Buch in einer über­ar­bei­te­ten Ver­si­on neu zu ver­öf­fent­li­chen. Er folgt damit nicht nur dem Ruf, das Vermächtnis
sei­nes Vaters zu pfle­gen, son­dern trägt auch einer aktu­ell­po­li­tisch begrün­de­ten Not­wen­dig­keit Rech­nung. Das ohne­hin sehr gut recher­chier­te und lehr­rei­che Buch wur­de nun­mehr mit ein­drucks­vol­len Bil­dern der welt­be­rühm­ten Kriegs­re­por­ter Robert Capa, Ger­da Taro und Davis Sey­mour ber­rei­chert. Ihre Fotos doku­men­tie­ren das Geschrie­be­ne anschau­lich, geben dem Grau­en und den davon betrof­fe­ne­ne Men­schen ein Gesicht.
Uns war es eine gro­ße Ehre, an die­ser Neu­auf­la­ge mit­zu­wir­ken – nicht zuletzt im Geden­ken an unse­ren Freund Vic­tor Grossman.
Deut­scher Mili­tär­ver­lag – Anti­kriegs­ver­lag | 510 Sei­ten | ISBN 978−3−327−10006−6 | www.militaerverlag.de

CYANKALI 2026

Mit sei­nem Dra­ma »Cyan­ka­li« stieß Fried­rich Wolf 1929 eine kon­tro­ver­se Debat­te um den Abtrei­bungs­pa­ra­gra­phen 218 an. Anna Stie­de stellt das The­ma in einen Zusam­men­hang mit dem selbst­be­stimm­ten Frau­en­bild der DDR und gegen­wär­ti­gen Dis­kur­sen. Auch heu­te erscheint das Thea­ter­stück noch immer bedrü­ckend aktuell.

2002 Nächte – Ein Reisebericht aus dem Iran

Ende 2022 reis­te Gabrie­le Gysi gemein­sam mit ihrem Mann mehr als 5.000 km durch den Iran. Hier berich­tet sie auf sehr per­sön­li­che Wei­se von ihren Begeg­nun­gen mit den Men­schen, ihrem Land und sei­ner Kul­ur und sie stellt ele­mant­are Fra­gen nach unser Sicht auf die­se frem­de, weit­hin unbe­kann­te Welt, wie auch auf uns selbst.

Gerechtigkeyt 1525

Im Jahr 2025 wur­de auf viel­fäl­ti­ge Wei­se an den Deut­schen Bau­ern­krieg erin­nert. Die Luther Muse­en in Sachsen-Anhalt doku­men­tier­ten die kul­tu­rel­len Akti­vi­tä­ten in einem reprä­sen­ta­ti­ven Sam­mel­band, den es auch wür­dig zu gestal­ten galt.

Good bye, Victor

Auf Ber­lins berühm­tem Doro­theen­städ­ti­schen Fried­hof ruhen vie­le hono­ri­ge Per­sön­lich­kei­ten aus dem Kunst‑, Kultur- oder Wis­sen­schafts­be­reich. Auf eben die­sem Fried­hof hat nun auch einer der bekann­tes­ten »Ame­ri­ka­ner« der DDR sei­ne letz­te Ruhe gefun­den. Die Türen der Kapel­le lie­ßen sich kaum schlie­ßen, alle Bank­rei­hen und Gän­ge waren dicht besetzt. Schät­zungs­wei­se an die 300 Per­so­nen waren gekom­men, um Abschied zu neh­men von einem der Auf­rech­ten, der fast ein gan­zes Jahr­hun­dert lang sein Leben einer bes­se­ren Welt ver­schrie­ben hatte- kon­se­quent, ana­ly­tisch, kri­tisch und doch immer getra­gen von einer vor­be­halt­lo­sen Freund­lich­keit und vor allem Hei­ter­keit. In der Mit­te, umrahmt von unzäh­li­gen roten Nel­ken stand sein Bild, von dem er alle ein letz­tes Mal anstrahl­te, so, wie wir ihn erlebt hat­ten. Auch Sevim Dagde­len erin­ner­te an die­se ihm inne­woh­nen­de Eigen­schaft. In einer sehr per­sön­li­chen, wür­de­vol­len Rede hol­te sie ihn noch ein­mal in unse­re Mit­te. Er wird uns feh­len mit sei­nen bis zum letz­ten Atem­zug mes­ser­schar­fen Gedan­ken zum Zeit­ge­sche­hen, mit sei­nen War­nun­gen, sei­ner an der erleb­ten Wirk­lich­keit gestähl­ten Unbe­irr­bar­keit und sei­ner unver­wech­sel­ba­ren Art. Good bye, Vic­tor. Mehr Infor­ma­tio­nen: www.wechsler-grossman.com

Kultur in Zeiten der Krise

Das Thea­ter Ost in Berlin-Adlershof kämpft wie vie­le Kul­tur­ein­rich­tun­gen um sei­ne nack­te Exis­tenz. Die ers­te gro­ße Kon­fe­renz war ein vol­ler Erfolg. Das Erschei­nungs­bild des Hau­ses wur­de längt zu einem Sym­bol der kol­lek­ti­ven Selbstbehauptung.

Nelkenrevolution in Chemnitz

In der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Chem­nitz hat unse­re Aus­stel­lung »Por­tu­gal 74 – Nel­ken­re­vo­lu­ti­on« eine wei­te­re Sta­ti­on gefun­den. Die wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter­ein Ana Tran­co­so orga­ni­sier­te gemein­sam mit ihren Stu­den­ten die Aus­stel­lung und ein infor­ma­ti­ves Begleit­pro­gramm. Unter­stützt wur­de das Pro­jekt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sach­sen. Lei­der konn­te unser Freund und Mit­strei­ter Peter Stei­ni­ger bei der Eröff­nung nicht mit dabei sein. Den­noch war es ein gelun­ge­ner Abend und wir dan­ken sehr herz­lich Frau Prof. Tere­sa Pau­la Pin­hei­ro, Ana Maria Tron­co­so Sala­zar und Jan Theu­rich für den kon­struk­ti­ven Mei­nungs­aus­tausch bei einem lecke­ren Abend­mal in einem zau­ber­haf­ten indi­schen Spezialitäten-Restaurant.

KONI 1OO – Zum Geburtstag von Konrad Wolf

Am 20. Okto­ber 2025 hät­te der früh ver­stor­be­ne Film­re­gis­seur Kon­rad Wolf sei­nen 100. Geburts­tag fei­ern kön­nen. Aus die­sem Anlass hat die Friedrich-Wolf-Stiftung in Lehnitz ein wei­te­res Heft der Rei­he »Spu­ren« publi­ziert. Gemein­sam mit Tan­ja Trö­gel und Frank Jahn­el haben wir es auf den Weg gebracht. Pas­send dazu erin­ner­te auch eine klei­ne Kabinett-Ausstellung in der Friedrich-Wolf-Gesenkstätte in Lehnitz eben­falls an die­ses Jubiläum.

Gabriele Gysi – Frieden

Gabrie­le Gysi war unser Gast. Mit ihrem neu­en Buch wirft sie einen Blick zurück in die deutsch-deutsche Ver­gan­gen­heit, äußert ihre Besorg­nis­se zur Gegen­wart und äußert klar, wor­auf es in Zukunft ankommt.

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